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Geschichte Karneval

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Die Geschichte des Rosenmontagzuges in Müllenbach

Schon vor dem 2. Weltkrieg gab es in Müllenbach sporadisch Karnevalsumzüge, die jedoch durch den Krieg unterbrochen wurden. In den Jahren 1946/47 lebte der Karneval, initiiert durch die Theatergruppe der Jugend, wieder auf. Gefeiert wurde bei selbstgebranntem „Knollenschnaps" und Korn. Auch in den 1950er-Jahren fand unter Mitwirkung der Müllenbacher Musikkapelle und der Jugendgruppe der Karneval statt.

 

Rosenmontag 1965: Im Gasthaus Gilles trafen sich an diesem Tag – so rein zufällig – die drei Müllenbacher Bürger Vinzenz Rodarius, Franz Daun und Toni Hennrichs. „Zentjes Zens" hatte draußen auf dem Hof sein Fuhrwerk mit der braven „Fanny" „geparkt" und wollte nur kurz seinen Durst stillen. Aus diesem Frühschoppen wurde aber ein längerer und ausgiebiger Dämmerschoppen. Die drei genannten Herren waren der Meinung, in Müllenbach sollte künftig wieder tüchtig Karneval gefeiert werden. Dabei dachten sie auch über einen Umzug durchs Dorf nach. Diese Gespräche fanden Anklang im ganzen Ort, und so konnte 1966 der erste  Rosenmontagszug in Müllenbach, trotz strömenden Regen, mit 8 bis 10 Motivwagen stattfinden.
Teils wurden die Wagen noch von Hand gezogen, teils waren aber auch schon -Traktoren im Einsatz.

 

Die 1960er-Jahre

 

In den ersten Jahren wurde der Zug am Jugendheim aufgestellt und führte in entgegengesetzter Richtung zum heutigen Zugweg dorthin zurück. 1966 wurde nach dem Rosenmontagszug in den Gasthäusern des Dorfes gefeiert.

 

Die Freiwillige Feuerwehr veranstaltete 1967 den Karneval im Jugendheim. Am Rosenmontag fand der Umzug statt, der musikalisch von der Feuer-wehrkapelle Müllenbach gestaltet wurde.  Die Motive des Rosenmontagszuges beschränkten sich nicht nur auf das Dorfgeschehen, sondern auch auf überregionale Themen. Ein dörfliches Ereignis war der turbulente Kameradschaftsabend der Feuerwehr mit unverhofftem Besuch von „Elefanten" (Elefantentreffen am Nürburgring), wobei es – gelinde gesagt – zu Meinungsverschiedenheiten kam. Dies war auch Anlass zum Bau eines Karnevalswagens.

 

1968 lag erstmals eine behördliche Genehmigung zur Durchführung des Rosenmontagszuges vor. Seitens der Feuerwehr wurde die Verkehrs- und Sicherheitslage überwacht. Der Veranstalter schloss zum ersten Mal auch eine Haftpflichtversicherung für den Umzug ab. In diesem Jahr gab es, unterstützt durch Marlene Retterath, das erste Prinzenpaar Josef Pürling und Katharina Probel.

 

Die DJK Müllenbach war verantwortlich für den Karneval 1969, der wie üblich im Jugendheim veranstaltet wurde. Durch größere Beteiligung von Aktiven am Rosenmontagszug musste eine zweite Musikkapelle, zusätzlich zu den Müllenbachern, verpflichtet werden. Dies war die befreundete Blaskapelle aus Bodenbach. 

 

Der Rosenmontagszug im Jahr 1969 wurde durch plötzlichen Wintereinbruch (ca. 1 m Schnee) sehr erschwert, jedoch war dies kein Hindernis für die Müllenbacher Narren unter ihren Tollitäten Prinz Ludwig I. (Krämer) und Prinzessin Liesel I. (Michels).

 

Die 1970er-Jahre

 

1970 fand der Karneval erstmals in der neu erbauten Gemeindehalle statt. Veranstalter war wieder der Sportverein. In diesem Jahr wurde vereinbart, in Zukunft den Karneval abwechselnd zwischen Feuerwehr und Sportverein durchzuführen und allen teilnehmenden Gruppen eine Grundausstattung an Wurfmaterial zur Verfügung zu stellen. Da jetzt in der Halle gefeiert wurde, formierte sich der Zug erstmals an dieser Stelle. Die Stilllegung der Nürburgring-Südschleife und die 1969 auf dem Nürburgring stattgefundene NATO-Parade gaben Anlass zum Bau eines Motivwagens.

 

In den folgenden Jahren war ein stetiger Zuwachs der teilnehmenden Wagen und Fußgruppen sowie der Zuschauer zu verzeichnen. 1974 wurde darum zur musikalischen Verstärkung die Musikkapelle Hoffeld engagiert. 

 

1976 hatte der Rosenmontagszug eine solche Größenordnung erreicht, dass durch Wagen, Fußgruppen und Zuschauer die Bundesstraße völlig verstopft und dadurch für den Durchgangsverkehr blockiert war. Die Verantwortlichen hielten kurzerhand die Autos an und sperrten die Straße, wurden aber für dieses eigenmächtige Verhalten mit einer Ordnungsstrafe von der Kreisverwaltung belegt. Die Genehmigungsbehörde verlangte von da an für den Rosenmontagszug in Müllenbach eine Umleitungsstrecke für den Durchgangsverkehr.

 

1977 wurde eine Beschallungsanlage an der Zugstrecke angebracht, um die zahlreichen Zuschauer mit Karnevalsschlagern in Stimmung zu bringen. Ein Ansporn für die Wagenbauer war ein finanzieller Zuschuss, der von dieser Zeit an gezahlt wurde.

 

Die 1980er-Jahre

 

Da die Feuerwehr 1981 Veranstalter des Rosenmontagszuges war und somit den Prinzenwagen baute, hatte die DJK die Möglichkeit mit einem Motivwagen auf ihr 25-jähriges Vereinsjubiläum aufmerksam zu machen. Auch die Entscheidungen des Gemeinderates sorgten in den 1980er-Jahren immer wieder für Gesprächsstoff und provokante Motive im Rosenmontagszug. 

 

Fußgruppen, auch aus einigen Nachbarorten, lockerten ab 1982 das Zuggeschehen zwischen den Motivwagen immer wieder auf und versorgten die Zuschauer am Straßenrand zusätzlich mit wärmenden Getränken und Süßigkeiten. Die Müllenbacher Feuerwehrkapelle begleitete den Zug 1982 das letzte Mal. In den Folgejahren wurde er dann durch das Stadtorchester Adenau musikalisch bereichert.

 

Die 1990er-Jahre

 

1990 durfte der Rosenmontag gleich zweimal gefeiert werden. Am eigentlichen Rosenmontag musste der Karnevalsumzug abgesagt werden, da starke bis orkanartige Stürme (Orkan Wiebke) die Sicherheit von Teilnehmern und Zuschauern gefährdeten. Auch der Ausweichtermin, der Fastnachtsdienstag, wurde ein Opfer der stürmischen Witterung.  Auf Anfrage erlaubte Pastor Bakker die Verschiebung des Rosenmontagszuges mit anschließendem Narrentreiben auf den 1. Fastensonntag 1990. So konnten dann doch noch die mit viel Mühe und Geschick erstellten Wagen den zahlreichen Zuschauern präsentiert werden und sorgten für verspätete Karnevalslaune.

 

1991 war das 25. Jubiläumsjahr. Aus diesem Anlass wurde erstmals eine Chronik: „25 Jahre Rosenmontagszug Müllenbach“ erstellt. Zwei Wochen vor dem Karnevalswochenende 1991 wurden jedoch aufgrund des Golf-Krieges alle Züge in den Karnevalshochburgen abgesagt – auch in Müllenbach. Die Müllenbacher Narren ließen sich jedoch ihren Spaß nicht verderben und organisierten am Rosenmontag stattdessen spontane Karnevalspartys in den Gasthäusern. So wurde die Narretei in der Kneipe bei Siska zu einem unvergesslichen Erlebnis.

 

1994 wurde die Idee umgesetzt, im Zentrum des Rosenmontagszuges, beim Gasthaus Gilles, einen Zugkommentator zu postieren. Die zahlreichen, aus nah und fern angereisten Zuschauer erhielten so von Richard Hammes erstmals Informationen und Anekdötchen zu den aktiven Wagenbau- und Fußgruppen und deren Motiven. 

 

Das schon zur langjährigen Tradition gewordene „Warm up bei Siska“, die mentale und flüssignahrungstechnische Einstimmung auf den Rosenmontagszug, fand in diesem Jahr zum letzten Mal statt. Siskas Kneipe wurde kurz darauf aus Altersgründen für immer geschlossen. 

 

1997 übernahm Bernd Rodarius die Rolle des Zugkommentators und der Tambour- und Fanfarencorps Kelberg brachte weiteren musikalischen Schwung in den Rosenmontagszug. 

 

Im Jahr 1998 feierte die Ortsgemeinde Müllenbach 600 Jahre. Dieses Fest würdigte die FFW mit einem Karnevalswagen, auf dem die vier römischen Siedlerhöfe dargestellt wurden. Der in diesem Jahr in den Kinos gezeigte Film „Titanic“ war Thema eines imposanten
Wagens.

 

Ende der 1990er-Jahre wurden in Form von einfachen Tischen erste Verpflegungsstände am Zugweg aufgebaut, die im Laufe der Jahre durch Getränkepavillons ersetzt wurden, an denen die Zuschauer mit warmen und kalten Getränken sowie kleinen Speisen versorgt werden.

 

Die 2000er-Jahre

 

Mal Schneeschauer, mal Sonnenschein, die Narren ließen sich auch 2001 nicht durch das wechselhafte Eifelwetter beirren und feierten ausgelassen. Zugkommentator Bernd auf dem Balkon bekam Unterstützung durch den „rasenden Reporter“ Markus Wingender auf der Straße. Der detailgetreue Wagen „Werner Beinhart“ der DJK schaffte es in diesem Jahr auf die Titelseite der Rhein-Zeitung. Auf die bescheidene Anfrage nach ein paar Bierdosen als „Wurfmaterial“ bei der Achterbahn AG, reagierte diese mit der Lieferung einer Europalette „Bölkstoff“, die den Rosenmontagszug nahezu überschwemmte.

 

Nach der Musikkapelle Katzwinkel im Jahr 2002, kam 2003 ein weiteres musikalisches Highlight hinzu. Die Gesangsgruppe „Eifel-MeNü“ brachte die Zuschauer des Zuges auf dem Parkplatz beim Gilles fortan jedes Jahr in Hochstimmung. „Die Besonderen unter den Besten“ bauten in diesem Jahr einen Wagen, der den Fahrrad-Sturz von Pastor Kohnz thematisierte. Dieser ließ es sich nicht nehmen, auf dem Wagen mitzufahren.

 

Im Laufe der Jahre konzentrierte sich die Zuschauerschar immer mehr rund ums Gasthaus Gilles, so dass der Rosenmontagszug nun bereits am Kriegerehrenmal in Richtung Halle abbiegt und nicht mehr die „lange Wegstrecke“ um Lenas Eck nimmt.

 

2006 beteiligte man sich erstmals aktiv mit einem Karnevalswagen an den befreundeten Nachbarzügen Kelberg und Wiesemscheid. Das Prinzenpaar Herry & Simone (Hens) brachte mit einer Delega-tion aus ca. 30 Narren und einem Motivwagen (Werner Beinhart) den Müllenbacher Frohsinn in die Nachbargemeinden. Zu dieser schönen Tradition wird bis heute jedes Jahr abwechselnd ein Wagen von der FFW und der DJK für die Auswärtseinsätze am Samstag und Sonntag vorbereitet.

 

Im Jahr 2009 übernahm Markus Wingender aufgrund einer Krankheit von Bernd Rodarius die Rolle des Zugkommentators. Insgesamt konnte er 37 Zugnummern, davon alleine 17 Wagen und Fußgruppen aus Müllenbach, vorstellen.

 

Die 2010er-Jahre

 

Das Schneechaos im Februar 2010 wurde dem Rosenmontagszug beinahe zum Verhängnis. Es gab Schnee in riesigen Massen, wie man sie lange nicht mehr gesehen hatte. Zum Glück konnten viele Helfer am Rosenmontagmorgen mobilisiert werden, um den Zugweg und die Zuschauerbereiche freizuräumen. Der Tambour- und Fanfarencorps Kelberg begleitete den Zug nach 10-jähriger Unterbrechung wieder. 

 

Die „Unentbärlichen“ feierten ihr 30-jähriges Wagenbaujubiläum mit einer riesigen Geburtstagstorte samt Feuerwerk auf ihrem Wagen und das amtierende Prinzenpaar Daniel I. (Göbel) & Christina I. (Düx) winkte den Narren von einem riesigen Piratenschiff aus zu.

 

Um neben den Wagenbauern auch den kreativen und arbeitsintensiven Einsatz der Fußgruppen zu würdigen, erhielten diese im Jahr 2012 erstmals ebenfalls eine finanzielle Unterstützung durch den Veranstalter.

 

Im Jahr 2013 verlegte das „Eifel-MeNü“ seine Bühne in die Elsberghalle und empfängt die Narren dort seitdem im Anschluss an den Zug mit ihren „kölsche Tön“. Die Gruppe „Six Pack“ feierte ihr 20. Gründungsjahr mit einem entsprechenden Wagen.

 

Nach fünf Jahren ohne Prinzenpaar, haben sich im Jubiläumsjahr 2016 nach langer Suche, mit Tim und Theresa Schumacher wieder närrische Tollitäten für die 5. Jahreszeit gefunden! Die „unglaublichen Frauleut“ können auf 30 Jahre Zugaktivität zurückblicken und das „Dream Team“ hat sich für den Jubiläumszug wieder zusammengefunden. Zur geistlichen Einstimmung auf den Höhepunkt der Session 2016 erteilt Pastor Kohnz in einem karnevalistischen Festhochamt am Karnevalssonntag Abend allen Narren den kirchlichen Segen.

 

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